Samstag, 7. März 2009

Rallye: 8. Etappe: Marrakesch – Tafraoute (449 km)

An diesem Morgen entflammte erst einmal die Diskussion welche Route wir fahren wollen. Dazu muss man sagen, dass wir bisher individuell gefahren sind. In Europa waren wir ganz allein und in Afrika haben wir uns mit den Bergerbrillen, B&B und den zwei Fragezeichen zusammengetan, einfach weil es mehr Spaß machte und es auch ein wenig Sicherheitsgefühl verlieh. Ansonsten ist die Rallye so gestaltet, dass dann ab Mauretanien alle 50 Teams in einer Kolonne zusammen gefahren sind, aus organisatorischen Gründen. In der Wüste hatten wir Führer und in Senegal dürfen paradoxerweise keine Autos eingeführt werden die älter als 5 Jahre sind und da das nun mal auf alle Fahrzeuge zutrifft wurden viel vom Zoll quer durchs Land begleitet, aber dazu später mehr. Zurück zu unserer Routendiskussion. Zur Wahl standen die offizielle Route am Meer lang und der Weg durchs Atlasgebirge und durch den Antiatlas. Für uns war schnell klar, dass wir die zweite Variante wählen, auch wenn wir den Tag zuvor schon einen Teil der Strecke gefahren sind. Also setzen wir uns in Bewegung und hatten Glück, denn wir hatten uns schon das letzte Mal verfahren und kannten nun den Weg, zumindest bis dahin wo wird schon waren. Über das Atlasgebirge haben wir uns gut gefunden, es gab ja nur eine Strecke. Zwischendurch haben wir immer mal wieder andere Teams getroffen, die den gleichen Weg gewählt haben, aber mit der Zeit zog sich das Feld ordentlich auseinander. Die Passstrasse ist ein wahrer Traum, die Aussicht ist herrlich, nur der Beifahrer muss ordentlich Schwindelfrei sein, da die Seitenbegrenzung der Strasse oft recht spärlich bis gar nicht ausgebaut war.


Als wir das Atlasgebirge überquert hatten war ein Tankstopp notwendig, da wir auf die Anzeige nicht mehr so recht vertrauen konnten oder wollten wurde der Tank aufgefüllt, da wir ja auch dachten das Berghochgefahre muss ja ordentlich was verschlungen haben, aber wir waren erstaunt als wir ausgerechnet hatten, dass der Kadettl nur 5,5 Liter auf 100 km verbraucht hat, was auch meiner Meinung nach der geringste Verbrauch auf der Strecke war. Mensch warum haben wir so ein Spritwunder nur abgegeben? Gut auf der südlichen Flanke des Gebirges konnten wir ja rollen lassen, aber trotzdem nicht schlecht. Im Großen und Ganzen haben wir auf der Tour auch weniger Sprit verbraucht als wir kalkuliert hatten, es müssen so 500 Liter gewesen sein.

Im Süden des Atlasgebirges liegt der Antiatlas parallel. Und er zeigte sich uns schon von weitem.

Im Atlasgebirge lag dann auch unser Ziel an diesem Tag. Die meisten der anderen Teams haben sich dann doch wieder auf den Weg zur Küste gemacht, aber wir wollten es wissen und sind dann noch im Dunkeln, was wir eigentlich vermeiden wollten, durch den Antiatlas gefahren. Oder sollte man lieber geirrt sagen? Die Straßenbeschilderung gab leider nicht allzu viel her und so sind wir einige Male falsch abgebogen. Ein Navi was uns den Weg vorsagt hatten wir nicht. Die Bergerbrillen hatten sich ein Luftbild in ihr GPS eingelesen und so konnten wir auf der Karte sehen wo wir waren und wo wir hinwollten. Und da entdeckten wir auf dem Luftbild auch eine „Strasse“ die sich dann als ausgetrocknetes Flussbett oder so was in der Art rausstellte. Tja wir hatten uns in Deutschland leider noch keinen Bodenschutz anbringen lassen, die Anderen schon und so krochen wir den Anderen über den Schotter hinterher.


Aber wir hatten Glück es gab kein Loch in der Ölwanne, nur das hintere Nummernschild hat sich gelockert und wir mussten es von seinen Qualen erlösen. So konnte es mit einer Strasse unter den Rädern weiter gehen und so haben wir dann auch noch ein Hotel im Zielort gefunden, ja ein HOTEL, es war spät und wir hatten eine kurze Nacht vor uns und so haben wir es uns mal gegönnt.

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