Sonntag, 27. Oktober 2013

11.-13. Oktober: Fahrt nach Zürich, Zürich, Heimfahrt



Die Nacht zum 11.10. war eine der Heftigsten, über dem Lago Magiore schüttete sich der Himmel aus und auch kleine Hagelkörner waren dabei. Unser Bus wurde mit dem Aufstelldach hin und her gerüttelt, das Zelt wurde arg beschädigt nachdem eine Böe es während des Rückbau ergriff. Doppelter Gestängebruch böse Sache. Wir parkten hinter das Versorgungsgebäude um.


Am nächsten Morgen als wäre nichts gewesen kam Clara raus und wärmte uns zum Frühstück im Freien.
Wir bauten ab und fuhren Richtung Norden um am gleichen Tag noch Zürich zu erreichen. Die Fahrt war sehr schön. Eine etwas lange Wartezeit am Gotthard, der schon schneebedeckt und der Pass gesperrt war. Also ging’s durch den Tunnel. Draußen noch 10 °C wurde es bis zum Tunnelmittelpunkt 36 °C warm. Kann jemand erklären warum?


Der Campingplatz in Zürich lag gleich am Zürichsee ca. 15 min vom Stadtzentrum entfernt. Die Stadt ist Dresden erstaunlich ähnlich bis auf das Dresden nicht an einem See, sondern an einem Fluss liegt. Eine lange Tour zu Fuß mit dem Kinderwagen an den Sehenswürdigkeiten vorbei rundete den sonnigen Tag ab. 




Am nächsten Tag wollten wir noch eine Schifffahrt über den Zürichsee unternehmen, leider war das Wetter herbstlicher geworden und so entschieden wir gegen 8 Uhr in der Früh den langen Ritt nach Hause anzutreten. Die deutschen Autobahnen garantierten ein gutes Durchkommen und so hatte uns Dresden Abend gegen 19 Uhr wieder. Torsten (der nette Nachbar unter uns) fing mich beim ausräumen mit einer Flasche Wernesgrüner ab und wollte die Funktionen des Schlafmobiles erläutert haben. Unsere Mädels fragten sich dann nach 2 Stunden wo ihre Männer sind und steckten nacheinander die Köpfe in unsere Männerrunde rein.
Ausgepackt wurde trotzdem bis 24 Uhr. Am nächsten Tag gab ich dann unser gemütliches Schlafmobil mit einen weinenden Auge beim Händler zurück und unser Familienabenteuer nach Italien mit Julia, Peter & Hannah war zu Ende.

Die ausführliche Fotodoku wird wieder in einem schönen Urlaubsbuch durch Julia zusammengestellt. Seit gespannt.

Grüße Eurer Peter

Donnerstag, 10. Oktober 2013

5.-10. Oktober: Rimini, San Marino, Lago Maggiore



Nun stand das Brutzeln in der Sonne Italiens an. Der Badeort Rimini erschien uns der beste Ort an der Adria zu sein, nur leider war sehr untypisches Wetter in dieser Gegend, strömender Regen. Die Fahrt Richtung Osten war auf der geraden Autobahn ein Leichtes. Doch angekommen ging’s erst mal darum die Schäfchen ins Trockene zu bringen. Zum zweiten Mal nach der Regensaison Gral Müritz 2011 wurde unser Tarp vor das Vehikel gespannt. Das „Vorzelt“ machte es ein wenig heimelich. Der Nächste Tag stand unter dem Motto Ausschlafen, ausgiebiges Brunch ohne Warmanteil, lesen, Postkarten schreiben. Ein kurzer Nachmittagsrundgang am Strand und in der mit Holzplanken vernagelten Hotelstadt bei leichten Nieselregen rundeten den Rumhängtag ab. Der Tag drauf sah auch nicht besser aus und das Sonnenbad musste wieder wegen Regen ausfallen. Eine Städtetour bietet sich da ja an und so entschlossen wir uns den Stadtstaat San Marino einen Besuch abzustatten. Der Mittelgebirgscharakter war eher contraproduktiv und so regnete es auch hier in Strömen. Nur der Parkplatz unterhalb der schönen Stadtmauer des „Mittelalterdisneylands“  wird uns in Erinnerung bleiben. Als Stimmungsheber wurde eines der erstaunlich häufig auftretenden IKEA-Einrichtungshäuser angesteuert. Obligatorische Köttbular mit Pommes und später noch ein Kuchen und Eis gaben uns geborgene Vertrautheit.
Am nächsten Tag war keine Besserung in Aussicht und die Wettervorhersage gab nur mäßige Minderung. Unsere Entscheidung stand fest. Gen Norden in die Berge an der Lago Maggiore. Und wie wir erhofft hatten kam Clara kurz vor unserem Reiseziel durch die Wolkendecke gebrochen. Am Morgen verzog sich der Morgennebel langsam und die Sonne erstrahlte und trocknete unsere Wäsche. Das kleine Örtchen Orta Giulio am westlich des Lago Magio gelegenen Lago de Orta hatte idyllische Gässchen und natürlich eine Gelateria. Julias Favorit NUTTELLA-Eis. 

 

Heute sah es leider wieder stark verregnet aus und der nordöstliche gelegene  Ort Laveno hob die Stimmung nicht.
Morgen werden wir weiter in den Norden in die Schweiz flüchten und hoffen auf besseres Wetter.

Sonntag, 6. Oktober 2013

1.- 4. Oktober: Carrara, Pisa, Florenz & Siena



Aktueller Stand des Totalrückbaus der Ausrüstung bei Weiterfahrt 1,0 h +/- 15 min. Ich denke ein guter Schnitt, dank Hannahs Hilfe. Die Aufgaben sind verteilt und laufen wie kalt gepresstes Olivenöl.


Die Reise ging weiter in die Toskana und zu dem weltbekannten und für uns Geowissenschaftler ebenfalls sehr interessanten Marmorabbaugebiet um Carrara. Schon von Ferne könnte man die weiß schimmernden Bergkuppen als Gletschergebiet verkennen. Es sind aber die Abbaugebiete des weißen Carraramarmors.


Gut 16 Jahre nach Julias letztem Besuch mit ihren Eltern hier hat sich einiges verändert. Die Minengesellschaften haben den Massentourismus für sich erkannt. Eine nicht erlaubte Besichtigung eines aktiven Steinbruchs ist so gut wie unmöglich. Überall sind Werbeschilder für Guided Tours. Und so entschlossen wir uns eine Führung Untertage zu erleben. Die italienische Ticketverkäuferin macht auf die niedrigen Temperaturen, 16° C  Untertage aufmerksam und bat uns warme Jacke und Hosen an, aber als sie mich mit meinen sehr kurzen Hosen sah fragte sie mich: Were are you from? GERMANY! Ok -you are use to it! Hieß ihr seid Deutsche und seid diese Temperaturen gewöhnt. Sie saß im dicken Pulli mit Schal in ihrem Verkaufskabuffchen. Es war wirklich strahlendster Sonnenschein und 30 °C.
Sie fuhr mit unserer kleinen Gruppe von Franzosen, Engländern und drei Deutschen mit einem Kleinbus in das Bergwerk. Der Zugangs- und Ausgangsstolen war ca. 1800 m lang und ging genau unter dem Bergmassiv durch und das Straßensohle eben.  Zwei Firmen teilten sich die Abbaurechte im Stollen. Die Decken waren 11 m hoch und wurden in Abständen von ca. 30 m durch stehen gelassen 15*15 m Säulen abgestützt. Schon seit 1963 wird so der Marmor unter Tage abgebaut. Im Gegensatz zu den Steinbrüchen über Tage ist der Marmor weniger spröde und die Marmorblöcke können auf 3*11 m geschnitten werden. Dazu dienen lange Seilsägen. Das Sägestrang ist mit Vidiablättchen bestückt die den Marmor mit Wasserkühlung extrem glatt schneidet. Der Marmor hier ist auch nicht so weiß, da er sehr viel Wasser aufgenommen hat und nicht durch die Sonne gebleicht ist. Die Führerin erzähle über das Abbaugebiet, wo überall der Marmor schon Verwendung fand. Sehr imposant uns sehenswert. Hannah wird, glaube ich auch ein Geologe, sie war sehr interessiert.
 


Der danach angesteuerte Campingplatz war mittig in der Toskana zwischen Pisa, Florenz und Siena gelegen. Zu den drei Städten unternahmen wir je eine Tagestour. Erster Tag nach ausgiebigen Frühstück und Abfahrt gegen 11:30 Uhr Pisa.
28 °C Menschenmassen und wieder die Fahrt bis ins Zentrum um endlich einen Parkplatz zu finden. Und es stellte sich uns wieder die brennende Frage: „Wie sieht das im Sommer aus – wie sind dann die Touristenströme zu bändigen und wo sollen die Parkplätze herkommen?“
Das Gelände um den Dom ist durch die Stadtmauer begrenzt  und sehr schön in Grün umrahmt. Der Dom und auch der Turm aus Carraramarmor. Sehr überladen an Ornamenten und Figuren. Wem`s gefällt.
Jeder machte das Foto entweder der dem Turm hält, oder der den Turm umschiebt. Der Turm ist 56 m Meter hoch und hängt mit seiner Neigung am Boden über 5 m über. Gewaltig, das das noch hält und zu unserer Verwunderung war die Besteigung möglich. Es war eine Besucherschlage davor, aber für die Massen recht ungewöhnlich kurz – Erklärung pro Besteigung 18 € Eintritt.


Den nächsten Tag ging’s in unsere italienische Partnerstadt. Hier fließt aber nicht die Elbe durch, sondern der Arno. Neben dem Dom ist hier auch das Leonardo Da Vinci-Museum sehenswert. Erster Anfahrtspunkt war eine Aussicht oberhalb der Stadt um die typische Silhouette einzufangen.

 
Danach ging’s zu fuß und Kinderwagen in die Metropole.
In unserem Gelatikontest: Wer macht das beste Pistazieneis? War eine Eisdiehle auf der Pont Vecchio-Brücke eines der besten bis jetzt. Richtige Nussstückchen und nicht ganz so sahnig.



Die Innenstadt wurde durch den Dom und bekannte Einkaufshäuser wie Gucci und D&G dominiert die aber in dem alten engen Straßenensemble integriert waren. In wieder war das Herzstück der Dom sehr imposant mit seiner gestreiften, oft kopierten, Fassade.

Dritter Tag am Zentralstandort Siena. Auf den Weg dorthin durchfuhren wir San Ginignano das „Manhatten des Mittelalters“. Hintergrund ist der Wohlstand der reichen Adelsfamilien, die diesen durch Phallussymbole, in diesem Fall durch Wohntürme ausdrückten. Heute stehen noch 17 Stück. Schicksal der Geschichte nach dem Hoch kam das Tief und die Familien verarmten und hatten kein Geld die Türme wieder abzureisen, da eigentlich im Rest von Italien Renaissancepaläste jetzt angesagt waren. Und so blieben sie jetzt als Touristenanlaufstellen erhalten.

 
Siena ist eine sehr schöne Bergstadt mit gestuften Gassen und Plätzen. Der zentrale Platz ist der Piazza Il Campo. Weltbekannt durch das jährlichen Pferderennen der 10 Stadtteile. Dabei werden die Pferde um den sehr unebenen muschelartigen Platz gescheucht. Das Rennen hat keine Regeln es wird geschlagen und gehauen was geht. Auch brechen sich oft die Pferde die bei Stürzen die Beine, weswegen das Spektakel durch Tierschutzorganisationen auf das Schärfste kritisiert wird. 




Und wir sind auch der Meinung – die Sienaraner sollten sich einen anderen Wettstreit überlegen z.B. alte verbeulte Autos fahren und dabei richtig Crashen. Achso ist keine Alternative – das machen sie ja schon im öffentlichen Straßenverkehr.
Dazu eine ideengebende Begebenheit. Auf der Ausfahrt aus Florenz wurden wir Zeuge eines nur zu oft stattfindenden Geschenes – den Verkehrsunfall. Direkt vor uns kam ein blauer italienischer  Kleinwagen, noch ohne ersichtlichen Schaden. Ein weniger gesitteter fahrender silberner Focus Kombi wollte die nicht vorhandene Geradeausspur nutzen, die aber geringfügig zu schmal für ihn war. Ein Krach, als würde man 1.200 Plastikpfandflaschen auf einmal in den Rückgabeautomat schieben, der die Flasche zerdrückt. Das blaue Fahrzeug wurde 10 m nach vorn verschoben, die Hinterachse abgerissen und die gesamte Seite aufgeschlitzt. Der Fokus wurde vorn stark lädiert. Der Verursacher stieg aus und macht die bekannten italienischen Handbewegungen um sein Handeln zu rechtfertigen.
Merke! Pass auf was die Anderen um dich machen und weiche wenn möglich schnell aus.

Donnerstag, 3. Oktober 2013

26.-30. September: Riva am Gardasee, Verona, Parma


Wie erwartungsvoll angekündigt stand heute die Dampferausfahrt, Startpunkt Malcesine über Limone nach Riva und zurück nach Malcesine, auf dem Programm. Die letzten Tage noch etwas diesig, war es heute strahlend blauer Himmel über dem Gardasee. Unsere doch recht zügige Fahrt, von dem betuchten, leicht durchgerosteten Stahlkollos wurde recht oft von Surfern und Kitsurfern gekreuzt. Auch die Paragleitschirme kreisten wieder zahlreich über uns. Der Halt in Riva war sehr angenehm. Eisdielen an jeder Ecke, schöne Geschäfte an Lederwaren, Uhren und eben alles für das Italien bekannt ist. Rückfahrt war gegen 17 Uhr. Hannah bekam ihren Abendbrei bei leichtem Seegang. 

 
  

Das nächste Ziel – ein Muss für jede Julia, oder wie hier in Italien Gulietta genannt –Verona. Eine sehr schöne Stadt, die nicht nur auf diesen einen Schauplatz, dem Balkon von gulieta unter dem romeo schmachtet festgelegt werden sollte. Trotz Nebensaison war der Innenhof der Familie Capulet von Tourimassen kam zu begehen und mit dem Kinderwagen durchzukommen – nur mit Klingelkonzert. Im Zugang zum Innenhof bestand die Möglichkeit ein Zeile an die Geliebte zu schreiben. Leider waren ca. 100.000 mal der Wunsch dies zu tun zu viel für die Lesbar- und Übersichtlichkeit. Ein einziger Farbenwust aus Grüßen summierte sich zu einer schwarzen Schraffur.


Ach und fahre niemals mit dem Auto bis in die Innenstadt, oder mit dem Kleinbus mit Fahrrad in eine Tiefgarage, wenn du nicht weist wie hoch dein Gefährt ist. Die Stories dazu gibt’s, wenn wir wieder da sind.

Weiterfahrt nach Parma – dem Schlemmerland für Feinschmecker.

Unser Spruch für diesen Tag: „ Es gibt keinen Parmaschinken in Parma“
Nahe 30 °C und wieder Massen, da Samstag auf den Gassen der Stadt der Leckerrein.
Nur leider keine Leckerrein. Wir fanden nur ein Schaufenster hinter dem der Verkäufer einem „Bekannten“ die Köstlichkeiten anbot. 


Unser Ausweg - auf der Rückfahrt zu unserem Campingplatz ein Großhandel mit hunderten von Wein-, Schinken- und Käsesorten. Das Abendbrot wurde diesmal wieder lange zelebriert, währendes schon Hannah nach dem Abendbrei schlummerte.


Der 30. ste war etwas verregnet und so beschlossen wir, nicht ins Museum zu gehen sondern um uns eine Käserei des pomfortzienösen Parmesans anzuschauen – die nahe gelegene Produktionsstätte war ein Tipp vom Campingplatz. Im strömenden Regen mussten wir erst mal jemanden finden der uns die Lagertore öffnet. Leider keine uns verständliche Sprache außer italienisch machte eine fachliche Führung fast unmöglich und so wurden wir kurz in die laufenden Produktion, von der Rohmilchlieferung über die „Labisierung“, Laugung mit Meeressalz und Lagerung im Magazin – und das über lange 24 Monate – raus kommt Parmesano Regano.


Auf der Weiterfahrt nach Carrara in der Toscana, machten wir einen vorher vereinbarten Halt in einer der über 170 eingetragenen und zertifizierten Betriebe für die Herstellung des Parmaschinkens. Eine nebulöse Anfahrt, die beiddeutig ist – mit unter 50 m Sichtweiter im Gebirge und sehr uneindeutige Beschilderung irgendwo am Ende einer kleine asphaltierten Straße fanden wir den kleine Familienbetrieb „Salumificio Parma - La Perla“. Wir waren mit einer schwedischen Gruppe zur Produktionsführung. Qualität, Regionalität, Unverwechselbarkeit stehen an erster Stelle. Nur Schweine die in Parma und Umgebung geboren, aufgezogen und geschlachtet werden und die Molke der Parmesanproduktion fressen, können das Prädikat Parma-Schicken erhalten. Da sind sie penibel! Die Salzung wird in mehr als 5 Schritten durchgeführt. Salz drauf, Salz runter von kalt zu warm, von feucht zu trocken. 24 Monate Reifezeit – Minimum. Danach ging’s zur Verkostung. Ich sage euch lecker, ein Gaumenschmaus vor dem Herren.