Dienstag, 29. Mai 2018

28. - 29. Mai 2018 Von Odda über Lærdal nach Loen am Nordfjord


Der Tag der Tunnel:

Von Odda ging es erst spät, so gegen 11 Uhr los. Weiter gen Norden über die Straße der Tunnel. Mal 120 m mal 460 m dann auch schon mal 2.600, 7.200 und 11.400 m. Der längste Autotunnel der Welt ist der Lærdaltunnel mit sage und schreibe 24.500 m. Das kann schon sehr ermüdend sein und so gibt es 3 „Lichtkathedralen“ die eine kurze Verschnaufpause ermöglichen. Die sind aber tierisch laut wenn Lkws vorbeirauschen. In einigen Tunnel gibt es auch beleuchtete Kreisverkehre. Also sind die Norweger nicht nur gute Tunnelbauer sondern auch tolle „Strippenzieher“. Neben der LED-Lichttechnik in den tollsten Farben steht auch immer 4G-Handyempfang und teilweise GPS. Für die Brücke und den Tunnel mussten wir ganze 600 NOK Maut bezahlen 😱




Es gab auch wieder Wasserfälle z.B. der Tvindefossen, an dem es auch noch das obligatorische Tageseis gab.

 
Lærdal ein Ort im nirgendwo zwischen zwei sehr langen Tunneln mit einer gigantischen Bergkulisse und einem eiskalten See der von den umliegenden Gletschern gespeist wird. Die Altstadt (Gamle Lærdalsøyri) bezauberte uns mit schönen Holzhäusern alter Epochen. 



 Auch unterwegs gab es fein verzierte Herrenhäuser, bei denen sich Tolkin und Peter Jackson Ideen für die Elbenwelt „Bruchtal“ in HERR DER RINGE geholt haben.


Der Tag der Gletscher:

Heute ging es in Richtung Nordfjord. Dabei handelt es sich um das Gebiet des Sognegletscher. Und so konnte man überall auf den Bergen die Gletscherzungen mit ihrem manchmal hellblau durchschimmernden Gletschereis sehen. Am Bøyabreen machten wir Halt und wanderten eine viertel Stunde zum Gletschersee. Wo Hannah und Peter nun wirklich nur die Füße benetzten. Das Wasser war SAUKALT.


 

Natürlich kann hier jeder durstige unbedenklich Wasser trinken und abfüllen, was wir auch taten, denn das Thermometer zeigte wieder stolze und für den Mai in Norwegen ungewöhnliche 27 °C an.
Ziel war heute etwas verfrüht das am Nordfjord liegende Loen (Frieda hatte keine Lust mehr weiter zu fahren).
Peter war das letzte Mal vor 24 Jahren hier. Und fand auch das Haus in dem Familie Denke zusammen mit Familie Mertinatsch einen unvergesslichen dreiwöchigen Urlaub erlebt hatten.
Es hat sich viel verändert. Seit 2 Monaten sind direkt am Haus zwei neue Tunnel mit einer breiten Straße mit Lärmschutzwand fertig gestellt worden.

Sonntag, 27. Mai 2018

25. – 27. Mai 2018 Von Stavanger bis Odda


Heute wurde Stavanger angeschaut. Die Stadt ist wie auch Bergen im Mittelalter so richtig gewachsen. Auch hier gibt es ähnlich den Brüggehäusern Bebauung am Hafen. So zentral parken hatte seinen Preis, aber ein zentraler Startpunkt ist nicht verkehrt. Wir liefen zum ersten Mal eine längere Strecke mit dem geborgten Fahrradanhänger, den man auch zum Buggy umbauen kann, zum Erdölmuseum. Gleich draußen gab es einen großen Spielplatz mit allerhand Utensilien aus dem Erdölgeschäft. Auf riesige Plastebojen konnte sich Hannah verausgaben. Das Museum zeigt alles über die Erdölnation Norwegen. Hannah konnte eine Menge ausprobieren und anfassen. Wusstet ihr dass erst 1969 Erdöl im Hoheitsgebiet von Norwegen entdeckt wurde. Das Erölfeld „Ekofisk“ liegt ca. 400 km südwestlich von Stavanger und begründete den Reichtum Norwegens. Heute 2018 wird in einem Seegebiet welches 6 mal größer als die Landfläche Norwegens ist Erdöl und Gas gefördert und in riesigen Stahlpiplines auf dem Seeboden nach England, Frankreich und Deutschland gepumpt.
Der damals gegründete Staatsfond beinhaltet 2018 ganze 862 Milliarden Euro. Das bedeutet rechnerisch pro norwegischen Einwohner 216.000 €! Ich denke die haben alle ausgesorgt. 
 
 



Nach dem Museum ging es noch in den Teil der Stadt der nicht durch das große Feuer vernichtet wurde. Schöne alte weiße gestrichene Holzhäuser mit Blumen vor der Tür.


Mit der Fähre ging es dann noch in 40 Minuten zur Stadt Tau und weiter zum Campingplatz Preikestolen. Morgen geht’s früh los auf die 5 stündige Wanderung zum Preikestolen (Hin- und Zurück). Ich (Peter) werde mich wie ein Packesel fühlen. 

Der Wecker läutete  6:30 Uhr. Julia war eigentlich schon seit 5.30 Uhr wach, da Frieda heute schon etwas früher ihr Hüngerchen hatte. Es wurde ausgiebig aber hastig gefrühstückt. Da wir ja wieder auf den Zeltplatz zurückkommen würden, bleib ein Großteil des Equipments zurück. Peter bekam seine Finalgonrückensalbung, da er nicht nur Frieda sondern auch den Versorgungsrucksack tragen musste.
WIE GESAGT ES IST NOCH VORSAISON! aber der Parkplatz, der für den Tag satte 200 kr (23 €) kostete war voll mit Touries. Busse, Autos, Camper, Motorräder. Vergleichbare Wandererströme haben wir bis jetzt, nur auf Neuseeland am Tongariro-Track erlebt.

Es wurden 4 Stunden als Wanderzeit angegeben zum Schluss waren es bei uns 7 Stunden. Neben Brei- und Milchstopps gab es auch ein Bad im Bergsee für Hannah und Peter. Das aber als Belohnung auf dem Rückweg. Peter war ja schon mal 2003 hier, damals mit seiner norwegischen Sporttruppe der NTNU. Er sagt Sie wären damals als „Sportler“ fast nur gerannt und hätten das in 3 Stunden gepackt. No way.
Der Weg wird, wahrscheinlich schon seit Jahren, von echten Sherpas hergerichtet. Die ackern sich da mit dem Brocken ab. Und bauen aus den Steinen vor Ort Stufen mit mehr oder weniger einheitlichen Trittmaß. Die letzten Meter vor dem Preikestolen sind fast noch heftiger als das Massiv an sich.  Es gibt, wie gesagt keine Absperrungen um das 50X50 m große Plateau.  Manche Amies oder Spanier gehen für ihre Selfie bis ca. 50 cm an die Kante. Es geht da 604 m senkrecht runter!



 


Hannah und Julia hatten, sagen wir mal, Respekt vor der Höhe. Peter und Frieda sicherten sich mit den Wanderstöcken. Die halfen dann auch beim Abstieg. Der war dann fast anstrengender und wir waren froh, als wir uns dann am Parkplatz mit frischem Trinkwasser „volltanken“ konnten. Die Wanderstöcke gekreuzt … „Einer für alle, und Alle für einen“.
Abends auf dem Campingplatz wurden nicht nur die Knie mit VOLTAREN, sondern auch der ganze Körper mit Apres-Sun Lotion eingerieben. Die Sonne kann hier so gnadenlos sein.
Wir schliefen alle wie Frieda – wie Babies und das 9 bis 11 Stunden. #Herrlich.

Am nächsten Tag ging`s weiter Richtung Norden. Ziel ist der längte Autotunnel der Welt bei Lærdal. Bei den gewaltigen Wasserfällen unterwegs wurde mehrfach gehalten und das obligatorische Speiseeis pro Tag geschleckt. 



Wir schafften knapp 250 km und sind heute in Odda angekommen. Hannah und Peter konnten es nicht lassen und sind in dem gletscherwassergespeisten See kurz baden gegangen. Ein Aufschrei ging durchs Tal!


Freitag, 25. Mai 2018

20. – 24. Mai 2018 von der Abfahrt bis Stavanger

Liebe Verwandte, Freund und Bekannte,

endlich ist es soweit, Julia und ich sind endlich in der parallelen Elternzeit. Die nächsten 6 Wochen sind Hannah und unser neues Familienmitglied Frieda in Skandinavien unterwegs. Von Dresden ging es mit einem Zwischenstopp in Großensee bei Hamburg nach Dänemark an den schönen Nordseestrand auf der Insel Rømø. Der Wind war so schön, dass wir auch gleich wieder unseren Drachen ausprobieren konnten. Hannah fuhr auch wie vor zwei Jahren sicher unseren Camper an die Waterkant.



Endlich gehöre ich auch zu einer Fahrergruppe die sich grüßt. Auch Camper heben die Hand bei der Vorbeifahrt. Als Mopedfahrer gibt es so was leider nicht.
Wir entschieden uns doch dann gleich am nächsten Tag nach Hirtshals zu fahren, damit es keinen Stress beim Bording geben würde. Ein schöner Campingplatz ca. 10 min vom Hafen ward gefunden. Es gab das „ich war artig“-Eis für Hannah und uns und einen kleinen Abstecher an den Strandbereich des Campingplatzes. Hier wird auch mit dem Auto auf dem Strand gefahren. Also nach links und rechts schauen.





Am nächsten Tag wollten wir auch einen Ruhigen machen, da Julia sich ja sicher war, dass die Fähre erst 15 Uhr starten würde und wir nochmals an den Strand könnten. Denkste. Julia stellte mit erschrecken fest – nee 12 Uhr los und 15 Uhr schon in Norwegen. Das hieß dann zack zack Camper packen und los.
Das Boarding und die Fährfahrt ist für uns immer was besonderes, wie das Einchecken im Flughafen. Ein reges, aber geordnetes Durcheinander an welchen am Ende die Ausfahrt aus dem Hafen steht.
Die Fähre der Colorline trug den Beinamen Super Speed. Und schnell war Sie. Die knapp 160 km schaffte sie in 2,5 Stunden. Es gab selbst geschmierte Bemmen, dafür lecker Eis und ein Spritzer Parfüm im Duty free.





Die Abfahrt vom Hafen war dann etwas mit Stau verbunden und so kamen wir nur ca. 150 km weiter bis nach Flekkefjord. Dort ist die erste Wasserskibahn in Norwegen installiert. Gecampt wurde diesmal auf Asphalt. Der Sonnenuntergang hinter den bewaldeten Bergen ca. 22:30 Uhr war trotzdem ein Erlebnis. Hannah und wir kamen dann erst 23:30 Uhr zur ruh. Frieda natürlich schon 4 Stunden eher. Der nächste Morgen mit der Weiterfahrt nach Stavanger startete dann eben erst 9 Uhr nicht mit den Hahnenschrei sondern Friedas Hungerschrei nach der zweiten Milch des Tages.
Die Weiterfahrt nach Stavanger wurde nur durch zwei kurze Milch- und Breipausen an herrlichen abseits gelegenen Standorten unterbrochen. Der Campingplatz Mosvangen in Stavanger liegt nur 2 km von der Altstadt entfernt. Von hier starten wir morgen eine Sightseeingtour durch die Altstadt und einen Besuch im „Norwegischen Erdölmuseum“. Danach ist geplant noch in Richtung Preikestolen mit einer kurzen Fährfahrt zu kommen.