Samstag, 14. März 2009

Rallye: 14. Etappe: Wüste – Strandcamp (101 km)

Tja Autos sind ja nun eindeutig mehr ein Männerding und das hat man auch an der Frauenquote feststellen können. Man glaubt gar nicht wie misstrauisch Männer werden können wenn sich plötzlich alle Frauen gruppieren.


An diesem Tag unserer Wüstenfahrt wurde beim Morgenbriefing gesagt dass alle Wege zum Ziel führen. Also sich vor diversen Hügeln teilen und sich dann wieder vereinen konnten. Also fuhren wir alle los. Nach einigen sandigen Etappen trafen wir uns alle in einer Ebene um aufeinander zu warten. Da stellte sich heraus dass das Team Querfeldein und ein Motorradfahrer fehlten. Was nun? Einige meinten beobachtet zu haben, dass die Beiden an einer Stelle anders abgebogen sind. Naja wir dachten nix schlimmes dabei, alle Wege sollten ja wieder zusammenkommen. Allerdings war in den Gesichtern der Wüstenführer und der Orgs eine gewisse Spannung zu bemerken. Also hieß es warten. Die Autos mit Allradantrieb sind mit den Führern losgefahren und manche standen in Sichtweite auf den Hügeln, aber kein Auto oder Motorrad zu sehen. Die Angst lag nicht gerade darin dass den Autofahrern was zustoßen könnte, vielmehr beim Zweirad, weil wenn der irgendwo hinfällt findet man den nicht wieder. Nach einigen Stunden warten und vergebenen Suchens sind wir dann doch weitergefahren. Und als das Meer in Sicht war haben wir auch die Beiden gesehen wie sie auf uns warten, allerdings haben sie uns dann später erzählt dass sie sich schon erst noch verfahren hatten, aber sie waren die ganze Zeit zusammen und das ist ja schon mal was. Ich mein die hatten sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, weil es ja hieß man trifft sich am anderen Ende wieder. Naja End gut alles gut.

In Richtung des Meeres mussten wir feststellen dass die Wüste immer mehr befahren erschien, also nicht dass uns jede menge Autos begegnet wären, aber die Pisten waren sehr ausgefahren und hatten die typische Waschbrettstruktur. Auch Wegweiser konnten wir mitten im Nichts finden. Es stellte sich dann heraus dass es tatsächlich mal ne Hauptverbindung zur Stadt war, aber nun eine Strasse existiert und die Strecke nicht mehr so viel genutzt wird.

Dann sind wir eine ganze Weil am Strand entlang gefahren und haben alte Fischerhütten und auch Pelikane gesehen. Auch Autos aus dem Sand ziehen war wieder an der Tagesordnung.

Dann ging es zur Strandauffahrt. Die sich recht spektakulär gestaltete. Denn wir mussten mit voller Wucht und allem was das Auto hergab in ein Sandfeld fahren wo man nicht sehen konnte wo es hingeht und geschweigedenn in welche Richtung man abbiegen soll, na ja das mit der Richtung wurde uns gewiesen und dann hieß es „Ab dafür“ und im zweiten Gang voll aufgedreht. Am Strand ging es dann gemütlich weiter, man musste nur aufpassen dass man nicht von einer Welle erwischt wird, denn da kann ganz schnell das Heck weg sein.


© Berit vom Team B&B

Am Ende des Tages schlugen wir unser Camp direkt am Strand auf, dazu mussten die Autos aber auf den oberen Teil des Strandes gefahren werden und das wieder mit richtig Schwung, sonst war die Gefahr zu groß dass die Flut das Auto holt und es ist ja nun mal kein Amphibienfahrzeug, also in Sicherheit bringen.

Freitag, 13. März 2009

Rallye: 13. Etappe: Wüste (166 km)

An diesem Tag hatten wir ein paar Kilometer aufzuholen, was aber kein Problem war, wie sich rausstellte. Das Fahren durch die Wüste ist gar nicht so einfach wie gedacht. Die härteren Stellen konnte man gut benutzen um durch die sandigen Stellen, die teilweise auch etwas tiefer waren, zu kommen. Allerdings musste man aufpassen, dass man den Schwung den man sich geholt hat nicht gleich wieder verliert weil jemand vor einem fährt, also heißt es Abstand halten. In den Ebenen die fast nur aus hartem Boden bestanden konnten wir dann so richtig Gas geben und haben es auch mal so auf 90 Sachen geschafft, andere waren noch schneller unterwegs. Nur leider sieht man dabei oft die Bodenwellen nicht und fährt dann dementsprechend auch volle Kanne rein … man hat das manchmal gerummst und wir dachten schon, jetzt fällt er auseinander. Wir haben aber nix verloren, so wie Andere die ein paar Teile wie Heckschütze oder Auspuffanlage in der Wüste verteilt haben, ein Dachgepäckträger musste auch dran glauben. Dem hatten wir vorher Abhilfe geschaffen, nachdem Olaf, unser Schraubär, uns gesagt hatte dass wir den Dachgepäckträger entweder abmachen oder IM DACH verschrauben sollten. NE dachten wir, auch in Gambia gibt es Regenzeiten und das kann man keinem antun. Also haben wir ihn mit drei Spanngurten um die B-Säule festgezurrt und das hat dann auch gehalten und das Praktische, wir konnten nach jedem Sprung (wir hatten schon manchmal da Gefühl abgehoben zu sein, aber Beweise gibt es leider keine) von Innen gleich prüfen ob alles noch straff war.

Die Teilnehmer wurden im Vorfeld in zwei Gruppen eingeteilt, den „Igel“ und Den „Hasen“. Wir durften uns in die Gruppe der „Hasen“ einreihen und gehörten so zu den schnelleren. Die ganzen Kleintransporter und etwas kleineren Pkws fuhren als „Igel“ durch die Gegend. Und wie es die Geschichte schon erzählt haben es die „Igel“ einmal doch tatsächlich geschafft vor uns da zu sein, ohne uns überholt zu haben. Jede Gruppe hatte zwei Wüstenführer, die am Anfang und am Ende der Gruppen in Autos mitfuhren die nur einen Teilnehmer hatten. Tja da kannte der Eine sich wohl besser aus als der Andere, ne ich glaub das war so gewollt, die sind eine etwas einfachere Strecke gefahren.

Die Führer bestanden mittags immer auf eine ausgedehnte Pause und so hieß es ausharren der Dinge die da kommen und warten. Was bei 40° im Schatten nicht immer so einfach war. Aber man weis sich ja zu helfen. Und Platz ist im winzigsten Schatten.


In den Pausen, die immer mal entstanden, weil wir uns wieder sammeln mussten, konnten es einige, vor allem die Allradautofahrer, nicht lassen und gingen in den Dünen spielen. Was dann meist mit Kraft endete. Ein Geländewagen und zehn Personen und das Seil ist trotzdem dreimal gerissen.


Am nächsten Etappenziel gab es noch mehr Dünen zum spielen. Aber auch eine äußerst merkwürdige Pflanze. Die Blätter und Blütenblätter haben sich wie aus Plaste angefühlt … wieder ein Beweis wie gut sich die Natur sogar an die unwirklichsten Bedingungen anpassen kann. Tiere haben wir zwar direkt nicht gesehen, aber ihre Spuren im Sand rings um unsere Zelte am nächsten Morgen.


Links auf dem Bild wird gerade der Auspuff vom Team „B&B“ verstaut, er wurde natürlich mitgenommen und in Banjul wieder angebracht. Da war es leider vorbei mit dem satten Sound.




Donnerstag, 12. März 2009

Rallye: 12. Etappe: Versteckte Düne – Große Düne (44 km)

Bei dem Titel dieses Teils könnte man meinen wir haben Dünenhopping gemacht, passt ja auch irgendwie, denn das ist ja der spannendste und außergewöhnlichste Teil der Reise. An dem Tag haben wir nicht so viele Kilometer, im Vergleich zu der Tour so gut wie gar keine, geschafft, weil wir unsere erste innerafrikanische Grenzüberquerung hatten. Das heißt von Marokko nach Mauretanien. Ich hatte nicht gedacht dass man als europäischer Bürger solche Schwierigkeiten hat Grenzen zu überqueren … na ja die Erfahrung hat uns eines Besseren belehrt. Also haben wir bei der Ausreise 4 Stunden angestanden und dann noch mal bei der Einreise 4 Stunden in der brütenden Hitze gewartet. Das Niemandsland zwischen Marokko und Mauretanien besteht aus einem wenige Kilometer breiten Streifen aus Ödland, da gibt nix außer ein paar Autowracks, bei denen ich hoffe dass sie nicht Opfer der Rallye geworden sind. Beim Warten musste man sich wider die Zeit vertreiben und so wurde kurzerhand der höchste Reifenstapel im Niemandsland gebaut ;o) ist ein kleiner Insider und wer es genau wissen möchte sollte einfach danach fragen und ich bin mir sicher jeder Rallyeteilnehmer kann was dazu sagen … es alles aufzuschreiben würde wohl den Rahmen und einige Nerven sprengen.

Naja nach scheinbar unendlichem Warten konnte die Karawane dann weiterziehen.

Und dann war es endlich soweit der erste Sand unter den Reifen. Nach einem Briefing wurde die Luft runtergelassen. Nur leider hat es bei uns wohl nicht gereicht, denn wir waren gleich unter den Ersten die sich eingesandet haben. Also musste noch mehr runter und dann hatten wir nur noch 0,8 bar drauf, also einen Platten, aber der hielt was er versprach und es konnte weitergehen.


Leider ist an diesem Abend einer nicht so glücklich durch den Sand, bzw. durch die Steinbrocken gekommen. Der Micha, unser Schreibär, hat gleich den ersten Stein den er finden konnte mitgenommen und sich die Ölwanne, trotz Unterbodenschutz, aufgerissen. Das hieß dann für ihn, diesmal keine Wüste. Er ist auf der Strasse mit einer geflickten Ölwanne weitergefahren. Da es dann langsam dämmerte holten wir unsere Zelte raus und schlugen sie mitten in der Ebene, wo es ganz schön pfiff, auf.

Mittwoch, 11. März 2009

Rallye: 11. Etappe: Dakhla – Versteckte Düne (320 km)

Die Spannung ist groß an diesem Tag, denn wir werden das erste Mal jede Menge Sand und eine Düne sehen. Nur leider fand das der Kadettl an diesem Tag nicht so spannend, so dass er am Morgen beim Starten ein paar Sperenzchen machte und erstmal trocken gelegt werden musste. Er lies sich doch noch überreden anzuspringen und es konnte losgehen. Wir hatten einen straffen Plan, denn alle haben sich nach 300 km an einer alten und auch letzten Tankstelle in Marokko getroffen.


Als alle eingetroffen waren ging es los und wir sind das erste Mal Karawane gefahren. Wenn man sich so überlegt dass man einen durchschnittlichen Abstand von 50 bis 100 m einhält, bringt es eine Autoreihe von 50 Autos auf 5 bis 10 km … das ist echt gewaltigt.


Als wir die Düne sahen waren wir auch schon am Etappenziel angekommen. Kaum waren die Autos geparkt ging es auch schon los zu unserer Erstbesteigung einer Düne. Man ist sich gar nicht bewusst wie hoch so ein Ding sein kann, von unten sah es eigentlich nicht so weit aus. Aber als wieder oben angekommen waren hatten wir einen super Blick über die weite Landschaft mit einigen weiteren Dünen.

Und was macht man wenn man auf einer Düne mit herrlich weichem Sand ist? Natürlich man spielt was das Zeug hält. Wir haben uns mit von der Dünenkante springen vergnügt. Andere hatten ein Snowboard dabei was kurzerhand in ein Sandboard umfunktioniert wurde. Es wurde auch versucht mit dem Arschrutschteil vorwärts zukommen, was allerdings nicht von erfolg gekrönt wurde. Und es gab sogar ein paar Crossgolfer, die ihre Bälle im Sand versenkt haben. Was man nicht alles so mitschleppt um die halbe Welt.

Den Abend haben wir bei Vollmond ausklingen lassen.

Dienstag, 10. März 2009

Rallye: Ruhetag in Dakhla

Auch an diesem Tag hatten wir noch einmal Pause. Grund war das Fitmachen der Autos für die Wüste. Es mussten Sandbleche untergeschweißt werden. Einige hatten, wie schon gesagt, dies schon in Deutschland erledigt, wir hatten unseres im Auto mitgenommen und vor Ort anbringen lassen. Die Arbeitstechniken sind wirklich abenteuerlich. Manche Autos wurden auf eine kleine Rampe gefahren, die aus zwei Stahlgestellen bestand. Bei uns waren die Rampen aber scheinbar aus und so wurde der Kadettl kurzerhand mit nem Wagenheber angehoben und dann wurde ein Betonklotz untergestellt, am Ende hing das Auto mit drei Rändern in der Luft und eins stand noch auf dem Boden und nur dieses eine Rad und der Botonklotz hielten es. Der Mechaniker ist dann unter das Auto gekrochen und hat Schrauben angeschweißt. Das Blech hat er gedengelt und die Löcher reingeschweißt, na ja und das alles ohne Schutzkleidung … ist ja klar. Am Ende haben wir 10€ und zwei kaputte Reifen für die Arbeit bezahlt, wobei das glaub ich auch schon recht viel ist, aber mit den Touristen kann man es ja machen und da dort zweimal im Jahr welche von uns aufschlagen ist das sicher ein gutes Geschäft.


Den Rest des Tages haben wir damit verbracht Vorräte einzukaufen und die Benzinkanister zu füllen. Am Ende hatte der Kadettl 80 Liter Benzin und 60 Liter Trinkwasser mehr zu schleppen.


Außerdem haben wir uns auch noch fit gemacht, für die Köpfe gab es Turbantücher (seit gespannt da gibt es sicher später noch ein Bild) und Peter hat sich ein Nachthemd … äh ich meine Beduinengewand gekauft (das Bild gibt’s gleich :o) auch andere Rallyeteilnehmer haben sich das ein oder andere zugelegt und das gab ein echt lustiges Bild wen die Beduinen an der Rallye mitmachten.


Am Abend gab es dann ein Lagerfeuer und Riesentagine, für mehrere Leute am Tisch. Die auch ruckzuck weg war. Einmal Licht an und schauen wo alles ist und dann wieder Licht an und sehen dass nur noch ein Schlachtfeld übrig geblieben ist … naja wir hatten alle Hunger.



Montag, 9. März 2009

Rallye: 10. Etappe: Layonne – Dahkla (636 km)

Diese Etappe führt an der Küste entlang zur südlichsten Stadt in Marokko. Es sind sehr viele gerade Strassen zu fahren. Das Picknick an der Küste haben wir genossen.


Und da standen sie dann plötzlich auf der Strasse und scherten sich einen Dreck um die Autos … unsere ersten Kamele.


Ansonsten sind wir über Strassen gefahren, die von Sanddünen überhäuft waren und die Schaufelbagger, wie bei uns die Schneepflüge, den Sand wieder zurück in den Strassengraben beförderten. Außerdem gab es Strassen die wahnsinnig breit waren, fast wie eine vierspurige Autobahn nur ohne Markierungen, sehr eigenartig das. Wir nehmen ja an dass es sich um Landebahnen handelt. Die Westsahara ist ja kein eigenständiges Land, sondern gehört zu Marokko. Und Marokko und Mauretanien sind natürlich beide daran interessiert und so gibt es einige Militärstützpunkte entlang der Strecke.



Sonntag, 8. März 2009

Rallye: 9. Etappe: Tafraoute – Layonne (Westsahara 601 km)

An diesem Tag haben wir uns was Großes vorgenommen. Wir sind vor Sonnenaufgang um 6.15 Uhr aufgestanden und zu den Blauen Steinen gefahren um sie in ihrer vollen Pracht im Morgenlicht sehen zu können. Naja als wir dann da ankamen wo die Steine sein sollten wurde es zwar gerade hell, aber es war bewölkt, also nix mit schönem Sonnenaufgang in den Bergen. Zu allem Überfluss haben wir die Steine auch nicht gleich gefunden, da wir uns auch gar nicht vorstellen konnten wie sie aussehen und vor allem wie groß sie sind. Also irrten wir bestimmt ne Stunden durch die Gegend. Peter und ich wollten einfach nicht aufgeben, den Anderen wurde der Weg dann langsam schon zu weit und sie holten die Autos. Und nachdem wir ein ganzes Stück über die Felsen gelaufen sind und uns auch schon weit von der Strasse entfernt hatten langen sie plötzlich vor uns. Naja so spektakulär waren sie dann doch nicht. Warum sie blau sind? Ne das ist keine Laune der Natur. Die hat ein belgischer Maler mit ägyptischer Farbe angemalt. Warum er das gerade in dieser Einöde getan hat ist uns ein Rätsel. Wer eine Antwort darauf hat kann sie uns gerne mitteilen. Man kann sie auch bei GoogleEarth sehen.


Nach dieser Suche haben wir erstmal ein schönes Frühstück gemacht und auch noch ein paar andere Rallyeteilnehmer getroffen.

Dann haben wir den Antiatlas hinter uns gelassen und sind noch durch ein Gebiet gefahren dass durch seine wunderschön gefalteten Formationen ins Auge stach. Und inmitten dieses roten und kargen Gesteins lagen tiefgrüne Oasen aus Palmen.


Im Gebirge hat zum Glück das Wetter mitgespielt und wir sind trocken durchgekommen, aber als wir in die Westsahara einfuhren hat uns noch mal ein richtig böses Gewitter eingeholt, von anderen Teams haben wir gehört dass sie es zwar gesehen haben, aber nicht reingeraten sind. Es war auf jeden Fall so schlimm dass wir teilweise nicht mehr oder nur im Schritttempo fahren konnten. Aber das soll unser letzter Regen auf der Tour gewesen sein, ab da konnten wir das afrikanische Wetter genießen.

Der weitere Weg der Strecke führte uns an der Steilküste von Westafrika entlang. Das war schon sehr beeindruckend so am Rand langzufahren. Aber leider bot dieser Abschnitt sonst nix außer gerade Strassen.


Nach einer der zahlreichen Polizeikontrollen, die wir aber mit Hilfe unseres Fishes (von uns ausgefüllte Selbstauskünfte die wir jedem in die Hand drückten der was von uns wollte) immer gut passieren konnten, hatten wir dann noch unseren zweiten Platten, aber zum Glück ist der Reifen nicht geplatzt sondern hat einfach nur im Stand die Luft verloren, so dass ich auch beim Fahren nix gemerkt hatte.

Auch an diesem Tag kamen wir erst spät im Dunkeln an unserem Camp, einem Beduinencamp, an. Nur diesmal war die Fahrt in der Dunkelheit eine echte Qual, da die Strasse noch recht gut befahren war und uns sehr viele Lkws entgegenkamen. Das Team zwei Fragezeichen hat dann auch noch den Spiegel bei einer leichten Kollision verloren. Über Stock und Stein geht es dann noch ca. 7 km querfeldein zum Beduinencamp, der Weg nur durch ein paar winzige Leuchtsymbole markiert … da zweifelt man dann schon mal ob sich der richtige Weg noch vor einem befindet.

Samstag, 7. März 2009

Rallye: 8. Etappe: Marrakesch – Tafraoute (449 km)

An diesem Morgen entflammte erst einmal die Diskussion welche Route wir fahren wollen. Dazu muss man sagen, dass wir bisher individuell gefahren sind. In Europa waren wir ganz allein und in Afrika haben wir uns mit den Bergerbrillen, B&B und den zwei Fragezeichen zusammengetan, einfach weil es mehr Spaß machte und es auch ein wenig Sicherheitsgefühl verlieh. Ansonsten ist die Rallye so gestaltet, dass dann ab Mauretanien alle 50 Teams in einer Kolonne zusammen gefahren sind, aus organisatorischen Gründen. In der Wüste hatten wir Führer und in Senegal dürfen paradoxerweise keine Autos eingeführt werden die älter als 5 Jahre sind und da das nun mal auf alle Fahrzeuge zutrifft wurden viel vom Zoll quer durchs Land begleitet, aber dazu später mehr. Zurück zu unserer Routendiskussion. Zur Wahl standen die offizielle Route am Meer lang und der Weg durchs Atlasgebirge und durch den Antiatlas. Für uns war schnell klar, dass wir die zweite Variante wählen, auch wenn wir den Tag zuvor schon einen Teil der Strecke gefahren sind. Also setzen wir uns in Bewegung und hatten Glück, denn wir hatten uns schon das letzte Mal verfahren und kannten nun den Weg, zumindest bis dahin wo wird schon waren. Über das Atlasgebirge haben wir uns gut gefunden, es gab ja nur eine Strecke. Zwischendurch haben wir immer mal wieder andere Teams getroffen, die den gleichen Weg gewählt haben, aber mit der Zeit zog sich das Feld ordentlich auseinander. Die Passstrasse ist ein wahrer Traum, die Aussicht ist herrlich, nur der Beifahrer muss ordentlich Schwindelfrei sein, da die Seitenbegrenzung der Strasse oft recht spärlich bis gar nicht ausgebaut war.


Als wir das Atlasgebirge überquert hatten war ein Tankstopp notwendig, da wir auf die Anzeige nicht mehr so recht vertrauen konnten oder wollten wurde der Tank aufgefüllt, da wir ja auch dachten das Berghochgefahre muss ja ordentlich was verschlungen haben, aber wir waren erstaunt als wir ausgerechnet hatten, dass der Kadettl nur 5,5 Liter auf 100 km verbraucht hat, was auch meiner Meinung nach der geringste Verbrauch auf der Strecke war. Mensch warum haben wir so ein Spritwunder nur abgegeben? Gut auf der südlichen Flanke des Gebirges konnten wir ja rollen lassen, aber trotzdem nicht schlecht. Im Großen und Ganzen haben wir auf der Tour auch weniger Sprit verbraucht als wir kalkuliert hatten, es müssen so 500 Liter gewesen sein.

Im Süden des Atlasgebirges liegt der Antiatlas parallel. Und er zeigte sich uns schon von weitem.

Im Atlasgebirge lag dann auch unser Ziel an diesem Tag. Die meisten der anderen Teams haben sich dann doch wieder auf den Weg zur Küste gemacht, aber wir wollten es wissen und sind dann noch im Dunkeln, was wir eigentlich vermeiden wollten, durch den Antiatlas gefahren. Oder sollte man lieber geirrt sagen? Die Straßenbeschilderung gab leider nicht allzu viel her und so sind wir einige Male falsch abgebogen. Ein Navi was uns den Weg vorsagt hatten wir nicht. Die Bergerbrillen hatten sich ein Luftbild in ihr GPS eingelesen und so konnten wir auf der Karte sehen wo wir waren und wo wir hinwollten. Und da entdeckten wir auf dem Luftbild auch eine „Strasse“ die sich dann als ausgetrocknetes Flussbett oder so was in der Art rausstellte. Tja wir hatten uns in Deutschland leider noch keinen Bodenschutz anbringen lassen, die Anderen schon und so krochen wir den Anderen über den Schotter hinterher.


Aber wir hatten Glück es gab kein Loch in der Ölwanne, nur das hintere Nummernschild hat sich gelockert und wir mussten es von seinen Qualen erlösen. So konnte es mit einer Strasse unter den Rädern weiter gehen und so haben wir dann auch noch ein Hotel im Zielort gefunden, ja ein HOTEL, es war spät und wir hatten eine kurze Nacht vor uns und so haben wir es uns mal gegönnt.