Wie erwartungsvoll angekündigt stand heute die
Dampferausfahrt, Startpunkt Malcesine über Limone nach Riva und zurück nach
Malcesine, auf dem Programm. Die letzten Tage noch etwas diesig, war es heute
strahlend blauer Himmel über dem Gardasee. Unsere doch recht zügige Fahrt, von
dem betuchten, leicht durchgerosteten Stahlkollos wurde recht oft von Surfern
und Kitsurfern gekreuzt. Auch die Paragleitschirme kreisten wieder zahlreich
über uns. Der Halt in Riva war sehr angenehm. Eisdielen an jeder Ecke, schöne
Geschäfte an Lederwaren, Uhren und eben alles für das Italien bekannt ist.
Rückfahrt war gegen 17 Uhr. Hannah bekam ihren Abendbrei bei leichtem Seegang.
Das nächste Ziel – ein Muss für jede Julia, oder wie hier in Italien Gulietta genannt –Verona. Eine sehr schöne Stadt, die nicht nur auf diesen einen Schauplatz, dem Balkon von gulieta unter dem romeo schmachtet festgelegt werden sollte. Trotz Nebensaison war der Innenhof der Familie Capulet von Tourimassen kam zu begehen und mit dem Kinderwagen durchzukommen – nur mit Klingelkonzert. Im Zugang zum Innenhof bestand die Möglichkeit ein Zeile an die Geliebte zu schreiben. Leider waren ca. 100.000 mal der Wunsch dies zu tun zu viel für die Lesbar- und Übersichtlichkeit. Ein einziger Farbenwust aus Grüßen summierte sich zu einer schwarzen Schraffur.
Ach und fahre niemals mit dem Auto bis in die Innenstadt,
oder mit dem Kleinbus mit Fahrrad in eine Tiefgarage, wenn du nicht weist wie
hoch dein Gefährt ist. Die Stories dazu gibt’s, wenn wir wieder da sind.
Weiterfahrt nach Parma – dem Schlemmerland für
Feinschmecker.
Unser Spruch für diesen Tag: „ Es gibt keinen Parmaschinken
in Parma“
Nahe 30 °C und wieder Massen, da Samstag auf den Gassen der
Stadt der Leckerrein.
Nur leider keine Leckerrein. Wir fanden nur ein Schaufenster
hinter dem der Verkäufer einem „Bekannten“ die Köstlichkeiten anbot.
Unser Ausweg - auf der Rückfahrt zu unserem Campingplatz ein
Großhandel mit hunderten von Wein-, Schinken- und Käsesorten. Das Abendbrot
wurde diesmal wieder lange zelebriert, währendes schon Hannah nach dem Abendbrei
schlummerte.
Der 30. ste war etwas verregnet und so beschlossen wir,
nicht ins Museum zu gehen sondern um uns eine Käserei des pomfortzienösen
Parmesans anzuschauen – die nahe gelegene Produktionsstätte war ein Tipp vom
Campingplatz. Im strömenden Regen mussten wir erst mal jemanden finden der uns
die Lagertore öffnet. Leider keine uns verständliche Sprache außer italienisch
machte eine fachliche Führung fast unmöglich und so wurden wir kurz in die
laufenden Produktion, von der Rohmilchlieferung über die „Labisierung“, Laugung
mit Meeressalz und Lagerung im Magazin – und das über lange 24 Monate – raus
kommt Parmesano Regano.
Auf der Weiterfahrt nach Carrara in der Toscana, machten wir
einen vorher vereinbarten Halt in einer der über 170 eingetragenen und zertifizierten
Betriebe für die Herstellung des Parmaschinkens. Eine nebulöse Anfahrt, die
beiddeutig ist – mit unter 50 m Sichtweiter im Gebirge und sehr uneindeutige
Beschilderung irgendwo am Ende einer kleine asphaltierten Straße fanden wir den
kleine Familienbetrieb „Salumificio Parma - La Perla“. Wir waren mit einer
schwedischen Gruppe zur Produktionsführung. Qualität, Regionalität,
Unverwechselbarkeit stehen an erster Stelle. Nur Schweine die in Parma und
Umgebung geboren, aufgezogen und geschlachtet werden und die Molke der
Parmesanproduktion fressen, können das Prädikat Parma-Schicken erhalten. Da
sind sie penibel! Die Salzung wird in mehr als 5 Schritten durchgeführt. Salz drauf,
Salz runter von kalt zu warm, von feucht zu trocken. 24 Monate Reifezeit –
Minimum. Danach ging’s zur Verkostung. Ich sage euch lecker, ein Gaumenschmaus
vor dem Herren.
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