Aktueller Stand des Totalrückbaus der Ausrüstung bei Weiterfahrt 1,0 h +/- 15 min. Ich denke ein guter Schnitt, dank Hannahs Hilfe. Die Aufgaben sind verteilt und laufen wie kalt gepresstes Olivenöl.
Die Reise ging weiter in die Toskana und zu dem
weltbekannten und für uns Geowissenschaftler ebenfalls sehr interessanten
Marmorabbaugebiet um Carrara. Schon von Ferne könnte man die weiß schimmernden
Bergkuppen als Gletschergebiet verkennen. Es sind aber die Abbaugebiete des
weißen Carraramarmors.
Gut 16 Jahre nach Julias letztem Besuch mit ihren Eltern
hier hat sich einiges verändert. Die Minengesellschaften haben den Massentourismus
für sich erkannt. Eine nicht erlaubte Besichtigung eines aktiven Steinbruchs
ist so gut wie unmöglich. Überall sind Werbeschilder für Guided Tours. Und so
entschlossen wir uns eine Führung Untertage zu erleben. Die italienische
Ticketverkäuferin macht auf die niedrigen Temperaturen, 16° C Untertage aufmerksam und bat uns warme Jacke
und Hosen an, aber als sie mich mit meinen sehr kurzen Hosen sah fragte sie
mich: Were are you from? GERMANY! Ok -you are use to it! Hieß ihr seid Deutsche
und seid diese Temperaturen gewöhnt. Sie saß im dicken Pulli mit Schal in ihrem
Verkaufskabuffchen. Es war wirklich strahlendster Sonnenschein und 30 °C.
Sie fuhr mit unserer kleinen Gruppe von Franzosen,
Engländern und drei Deutschen mit einem Kleinbus in das Bergwerk. Der Zugangs-
und Ausgangsstolen war ca. 1800 m lang und ging genau unter dem Bergmassiv
durch und das Straßensohle eben. Zwei Firmen
teilten sich die Abbaurechte im Stollen. Die Decken waren 11 m hoch und wurden
in Abständen von ca. 30 m durch stehen gelassen 15*15 m Säulen abgestützt.
Schon seit 1963 wird so der Marmor unter Tage abgebaut. Im Gegensatz zu den Steinbrüchen
über Tage ist der Marmor weniger spröde und die Marmorblöcke können auf 3*11 m
geschnitten werden. Dazu dienen lange Seilsägen. Das Sägestrang ist mit
Vidiablättchen bestückt die den Marmor mit Wasserkühlung extrem glatt
schneidet. Der Marmor hier ist auch nicht so weiß, da er sehr viel Wasser
aufgenommen hat und nicht durch die Sonne gebleicht ist. Die Führerin erzähle
über das Abbaugebiet, wo überall der Marmor schon Verwendung fand. Sehr
imposant uns sehenswert. Hannah wird, glaube ich auch ein Geologe, sie war sehr
interessiert.
Der danach angesteuerte Campingplatz war mittig in der
Toskana zwischen Pisa, Florenz und Siena gelegen. Zu den drei Städten
unternahmen wir je eine Tagestour. Erster Tag nach ausgiebigen Frühstück und
Abfahrt gegen 11:30 Uhr Pisa.
28 °C Menschenmassen und wieder die Fahrt bis ins Zentrum um
endlich einen Parkplatz zu finden. Und es stellte sich uns wieder die brennende
Frage: „Wie sieht das im Sommer aus – wie sind dann die Touristenströme zu
bändigen und wo sollen die Parkplätze herkommen?“
Das Gelände um den Dom ist durch die Stadtmauer
begrenzt und sehr schön in Grün umrahmt.
Der Dom und auch der Turm aus Carraramarmor. Sehr überladen an Ornamenten und
Figuren. Wem`s gefällt.
Jeder machte das Foto entweder der dem Turm hält, oder der
den Turm umschiebt. Der Turm ist 56 m Meter hoch und hängt mit seiner Neigung
am Boden über 5 m über. Gewaltig, das das noch hält und zu unserer Verwunderung
war die Besteigung möglich. Es war eine Besucherschlage davor, aber für die
Massen recht ungewöhnlich kurz – Erklärung pro Besteigung 18 € Eintritt.
Den nächsten Tag ging’s in unsere italienische Partnerstadt.
Hier fließt aber nicht die Elbe durch, sondern der Arno. Neben dem Dom ist hier
auch das Leonardo Da Vinci-Museum sehenswert. Erster Anfahrtspunkt war eine
Aussicht oberhalb der Stadt um die typische Silhouette einzufangen.
Danach ging’s
zu fuß und Kinderwagen in die Metropole.
In unserem Gelatikontest: Wer macht das beste Pistazieneis?
War eine Eisdiehle auf der Pont Vecchio-Brücke eines der besten bis jetzt.
Richtige Nussstückchen und nicht ganz so sahnig.
Die Innenstadt wurde durch den Dom und bekannte Einkaufshäuser
wie Gucci und D&G dominiert die aber in dem alten engen Straßenensemble
integriert waren. In wieder war das Herzstück der Dom sehr imposant mit seiner gestreiften, oft kopierten, Fassade.
Dritter Tag am Zentralstandort Siena. Auf den Weg dorthin
durchfuhren wir San Ginignano das „Manhatten des Mittelalters“. Hintergrund ist
der Wohlstand der reichen Adelsfamilien, die diesen durch Phallussymbole, in
diesem Fall durch Wohntürme ausdrückten. Heute stehen noch 17 Stück. Schicksal
der Geschichte nach dem Hoch kam das Tief und die Familien verarmten und hatten
kein Geld die Türme wieder abzureisen, da eigentlich im Rest von Italien
Renaissancepaläste jetzt angesagt waren. Und so blieben sie jetzt als Touristenanlaufstellen
erhalten.
Siena ist eine sehr schöne Bergstadt mit gestuften Gassen
und Plätzen. Der zentrale Platz ist der Piazza Il Campo. Weltbekannt durch das
jährlichen Pferderennen der 10 Stadtteile. Dabei werden die Pferde um den sehr
unebenen muschelartigen Platz gescheucht. Das Rennen hat keine Regeln es wird
geschlagen und gehauen was geht. Auch brechen sich oft die Pferde die bei Stürzen
die Beine, weswegen das Spektakel durch Tierschutzorganisationen auf das Schärfste
kritisiert wird.
Und wir sind auch der Meinung – die Sienaraner sollten sich
einen anderen Wettstreit überlegen z.B. alte verbeulte Autos fahren und dabei
richtig Crashen. Achso ist keine Alternative – das machen sie ja schon im
öffentlichen Straßenverkehr.
Dazu eine ideengebende Begebenheit. Auf der Ausfahrt aus
Florenz wurden wir Zeuge eines nur zu oft stattfindenden Geschenes – den
Verkehrsunfall. Direkt vor uns kam ein blauer italienischer Kleinwagen, noch ohne ersichtlichen Schaden.
Ein weniger gesitteter fahrender silberner Focus Kombi wollte die nicht
vorhandene Geradeausspur nutzen, die aber geringfügig zu schmal für ihn war.
Ein Krach, als würde man 1.200 Plastikpfandflaschen auf einmal in den
Rückgabeautomat schieben, der die Flasche zerdrückt. Das blaue Fahrzeug wurde 10 m nach vorn verschoben, die
Hinterachse abgerissen und die gesamte Seite aufgeschlitzt. Der Fokus wurde
vorn stark lädiert. Der Verursacher stieg aus und macht die bekannten
italienischen Handbewegungen um sein Handeln zu rechtfertigen.
Merke! Pass auf was die Anderen um dich machen und weiche
wenn möglich schnell aus.















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