Sonntag, 6. Oktober 2013

1.- 4. Oktober: Carrara, Pisa, Florenz & Siena



Aktueller Stand des Totalrückbaus der Ausrüstung bei Weiterfahrt 1,0 h +/- 15 min. Ich denke ein guter Schnitt, dank Hannahs Hilfe. Die Aufgaben sind verteilt und laufen wie kalt gepresstes Olivenöl.


Die Reise ging weiter in die Toskana und zu dem weltbekannten und für uns Geowissenschaftler ebenfalls sehr interessanten Marmorabbaugebiet um Carrara. Schon von Ferne könnte man die weiß schimmernden Bergkuppen als Gletschergebiet verkennen. Es sind aber die Abbaugebiete des weißen Carraramarmors.


Gut 16 Jahre nach Julias letztem Besuch mit ihren Eltern hier hat sich einiges verändert. Die Minengesellschaften haben den Massentourismus für sich erkannt. Eine nicht erlaubte Besichtigung eines aktiven Steinbruchs ist so gut wie unmöglich. Überall sind Werbeschilder für Guided Tours. Und so entschlossen wir uns eine Führung Untertage zu erleben. Die italienische Ticketverkäuferin macht auf die niedrigen Temperaturen, 16° C  Untertage aufmerksam und bat uns warme Jacke und Hosen an, aber als sie mich mit meinen sehr kurzen Hosen sah fragte sie mich: Were are you from? GERMANY! Ok -you are use to it! Hieß ihr seid Deutsche und seid diese Temperaturen gewöhnt. Sie saß im dicken Pulli mit Schal in ihrem Verkaufskabuffchen. Es war wirklich strahlendster Sonnenschein und 30 °C.
Sie fuhr mit unserer kleinen Gruppe von Franzosen, Engländern und drei Deutschen mit einem Kleinbus in das Bergwerk. Der Zugangs- und Ausgangsstolen war ca. 1800 m lang und ging genau unter dem Bergmassiv durch und das Straßensohle eben.  Zwei Firmen teilten sich die Abbaurechte im Stollen. Die Decken waren 11 m hoch und wurden in Abständen von ca. 30 m durch stehen gelassen 15*15 m Säulen abgestützt. Schon seit 1963 wird so der Marmor unter Tage abgebaut. Im Gegensatz zu den Steinbrüchen über Tage ist der Marmor weniger spröde und die Marmorblöcke können auf 3*11 m geschnitten werden. Dazu dienen lange Seilsägen. Das Sägestrang ist mit Vidiablättchen bestückt die den Marmor mit Wasserkühlung extrem glatt schneidet. Der Marmor hier ist auch nicht so weiß, da er sehr viel Wasser aufgenommen hat und nicht durch die Sonne gebleicht ist. Die Führerin erzähle über das Abbaugebiet, wo überall der Marmor schon Verwendung fand. Sehr imposant uns sehenswert. Hannah wird, glaube ich auch ein Geologe, sie war sehr interessiert.
 


Der danach angesteuerte Campingplatz war mittig in der Toskana zwischen Pisa, Florenz und Siena gelegen. Zu den drei Städten unternahmen wir je eine Tagestour. Erster Tag nach ausgiebigen Frühstück und Abfahrt gegen 11:30 Uhr Pisa.
28 °C Menschenmassen und wieder die Fahrt bis ins Zentrum um endlich einen Parkplatz zu finden. Und es stellte sich uns wieder die brennende Frage: „Wie sieht das im Sommer aus – wie sind dann die Touristenströme zu bändigen und wo sollen die Parkplätze herkommen?“
Das Gelände um den Dom ist durch die Stadtmauer begrenzt  und sehr schön in Grün umrahmt. Der Dom und auch der Turm aus Carraramarmor. Sehr überladen an Ornamenten und Figuren. Wem`s gefällt.
Jeder machte das Foto entweder der dem Turm hält, oder der den Turm umschiebt. Der Turm ist 56 m Meter hoch und hängt mit seiner Neigung am Boden über 5 m über. Gewaltig, das das noch hält und zu unserer Verwunderung war die Besteigung möglich. Es war eine Besucherschlage davor, aber für die Massen recht ungewöhnlich kurz – Erklärung pro Besteigung 18 € Eintritt.


Den nächsten Tag ging’s in unsere italienische Partnerstadt. Hier fließt aber nicht die Elbe durch, sondern der Arno. Neben dem Dom ist hier auch das Leonardo Da Vinci-Museum sehenswert. Erster Anfahrtspunkt war eine Aussicht oberhalb der Stadt um die typische Silhouette einzufangen.

 
Danach ging’s zu fuß und Kinderwagen in die Metropole.
In unserem Gelatikontest: Wer macht das beste Pistazieneis? War eine Eisdiehle auf der Pont Vecchio-Brücke eines der besten bis jetzt. Richtige Nussstückchen und nicht ganz so sahnig.



Die Innenstadt wurde durch den Dom und bekannte Einkaufshäuser wie Gucci und D&G dominiert die aber in dem alten engen Straßenensemble integriert waren. In wieder war das Herzstück der Dom sehr imposant mit seiner gestreiften, oft kopierten, Fassade.

Dritter Tag am Zentralstandort Siena. Auf den Weg dorthin durchfuhren wir San Ginignano das „Manhatten des Mittelalters“. Hintergrund ist der Wohlstand der reichen Adelsfamilien, die diesen durch Phallussymbole, in diesem Fall durch Wohntürme ausdrückten. Heute stehen noch 17 Stück. Schicksal der Geschichte nach dem Hoch kam das Tief und die Familien verarmten und hatten kein Geld die Türme wieder abzureisen, da eigentlich im Rest von Italien Renaissancepaläste jetzt angesagt waren. Und so blieben sie jetzt als Touristenanlaufstellen erhalten.

 
Siena ist eine sehr schöne Bergstadt mit gestuften Gassen und Plätzen. Der zentrale Platz ist der Piazza Il Campo. Weltbekannt durch das jährlichen Pferderennen der 10 Stadtteile. Dabei werden die Pferde um den sehr unebenen muschelartigen Platz gescheucht. Das Rennen hat keine Regeln es wird geschlagen und gehauen was geht. Auch brechen sich oft die Pferde die bei Stürzen die Beine, weswegen das Spektakel durch Tierschutzorganisationen auf das Schärfste kritisiert wird. 




Und wir sind auch der Meinung – die Sienaraner sollten sich einen anderen Wettstreit überlegen z.B. alte verbeulte Autos fahren und dabei richtig Crashen. Achso ist keine Alternative – das machen sie ja schon im öffentlichen Straßenverkehr.
Dazu eine ideengebende Begebenheit. Auf der Ausfahrt aus Florenz wurden wir Zeuge eines nur zu oft stattfindenden Geschenes – den Verkehrsunfall. Direkt vor uns kam ein blauer italienischer  Kleinwagen, noch ohne ersichtlichen Schaden. Ein weniger gesitteter fahrender silberner Focus Kombi wollte die nicht vorhandene Geradeausspur nutzen, die aber geringfügig zu schmal für ihn war. Ein Krach, als würde man 1.200 Plastikpfandflaschen auf einmal in den Rückgabeautomat schieben, der die Flasche zerdrückt. Das blaue Fahrzeug wurde 10 m nach vorn verschoben, die Hinterachse abgerissen und die gesamte Seite aufgeschlitzt. Der Fokus wurde vorn stark lädiert. Der Verursacher stieg aus und macht die bekannten italienischen Handbewegungen um sein Handeln zu rechtfertigen.
Merke! Pass auf was die Anderen um dich machen und weiche wenn möglich schnell aus.

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